plus minus gleich
Mittwoch, 01 August 2012 20:02

Alternative 1.-August-Fahrten auf dem Vierwaldstättersee

Artikel bewerten
(11 Stimmen)

 

concordia_1

concordia_1

concordia_1

concordia_1

Am Nationalfeiertag ist der Vierwaldstättersee für mich ein „Muss“: 1. August heisst normalerweise Rütli, Urnersee, Abendfahrt, Feuerwerk in Brunnen. In diesem Jahr bleibe ich aber im Raum Luzern. Die Fahrten bringen mich auf den sog. „Zmittags-Dampfer“, auf das „Spazier- und Stadtschiff“ und auf die „Lucerne Sightseeing Cruise“.

Auf dem Zmittagdampfer Uri nehmen rund 40 Fahrgäste das exklusive Angebot wahr, genussvoll die Mittagszeit zu verbringen. Mich dünken die Speisekarte verhältnismässig klein und die Preise hoch, für die Fahrt sind nur Spezialbillette gültig. Anfangs Saison war dafür die „Unterwalden“ eingesetzt, doch ein Kesselschaden setzt dieses Dampfschiff seit dem 19. Juli ausser Dienst. Die Notreparatur ist nun erfolgreich verlaufen, so dass die „Unterwalden“ am 15. August wieder in Betrieb kommt. Die Zick-Zack-Fahrt des Zmittagsdampfers wirkt auf mich ziellos. Ich fand die letztjährige Linienführung von Kurs 153 (Zmittagschiff) sehr viel attraktiver: so bekam Küssnacht extakt den 2-Stunden-Takt und er war bedeutend besser frequentiert als das diesjährige Premiumprodukt.

Totgesagte leben länger, besagt ein Sprichwort. Schon oft startete die „Reuss“ zur letzten Kursfahrt, und ebenso oft kam es anders. Aber irgend einmal wird es so weit sein, vielleicht heute, am 1. August? Auf alle Fälle wird das Schiff in diesem Jahr so viele Fahrtage aufweisen wie seit Jahren nicht mehr. Im Normalfall fährt ja das MS Rütli die 300-er Kurspaare. Im Frühling sprang dann die „Reuss“ während einer grösseren Revision der „Rütli“ ein. Und für das Blue Ball Festival in Luzern wurde letzte Woche nicht mehr wie früher der SGV-Nauen Rütenen für den Pendeldienst eingesetzt, sondern MS Rütli, was ebenfalls ein Revival der „Reuss“ zur Folge hatte.

Als eine weitere Exklusivität wird die „Saphir“ als sog. Sightseeingschiff angeboten, ich bin fast geneigt zu sagen: als Konkurrenz zum Spazier- und Stadtschiff. Doch – und dies im Gegensatz zum Zmittags-Dampfer – ist diesem ein voller Erfolg beschieden. Die Frequenz ist so stark, dass ich vorziehe, den Kurs um 18.05 Uhr zu nehmen. Dort hat es gut Platz. Die Abendsonne ist in Luzern besonders attraktiv, versetzt sie doch die Zentralschweizer Alpenkette in eine atemberaubende Szenerie. Das Schiff ist auch auf der letzten Tour bewirtet und ein Audiogerät mit Kopfhörer erläutert die Landschaft in 11 Sprachen. Der Text ist gehaltvoll, angenehm im Quantum und Tempo. Inhaltlich bekommt die Schifffahrt einen gebührenden Ehrenplatz. Störend ist lediglich die ausführliche Reklame für ein bekanntes Luzerner Uhrengeschäft. Der Preis von 15 Franken (Basis Halbtax) geht im Vergleich zu Stockholm, Kopenhagen, Berlin oder Paris in Ordnung und ist die Leistung wert (Streckenerklärung, tolles Schiff). Wem das zu teuer ist und die Yacht trotzdem kennen lernen möchte gibt es eine Alternative für CHF 5,50 (Halbtax und GA): Mit MS Saphir bis Kastanienbaum fahren (40 Minuten), dann mit dem Bus zurück nach Luzern.

Die „Uri“ war nach dem Zmittagsdampfer für einen Supplementkurs als Verstärkung der „Stadt Luzern“ eingesetzt, hier auf der Leerfahrt nach Vitznau; MS Reuss nach einer Vielzahl von Einsatztagen in Luzern kurz vor der letzten (aller letzten?) Runde nach Meggen; „Ablöse-Schiffsführer“ Alois Würsch geniesst die Fahrten mit der „Reuss“ ebenfalls; der Ausblick aufs Wasser, in die Berge und Landschaft ist an Bord der „Saphir“ schön zu geniessen. Text und Bilder H. Amstad

Schreibe einen Kommentar