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Heute vor 175 Jahren war das erste Dampfschiff, die „Linth Escher“ I, erstmals auf Kursfahrt zwischen Weesen und Walenstadt unterwegs. Dieser Raddampfer ist in verschiedener Hinsicht eine Besonderheit: es war das erste von Escher Wyss gebaute Dampfschiff und erst noch das erste aus Eisen erbaute Schiff in Mitteleuropa. Die Transportkette über den Zürichsee und dem Walensee war bis 1859 sehr erfolgreich; zwischen den Dampfschiffstationen Rapperswil und Weesen verkehrten Pferdeeilwagen. Dann kam mit der Eröffnung der Walensee-Eisenbahnlinie das vorläufige Ende der Dampfschifffahrt und für 35 Jahre übernahmen wieder Ruder- und Segelschiffe die Versorgung der sonst unerschlossenen Siedlungen. 1895 dann begann das Elektroboot-Zeitalter, vermutlich das erste seiner Art in der Schweiz mit der „Electra“. Das und vieles mehr vernahm ich an der gestrigen Buchvernissage von Guido Städlers Werk „175 Jahre Dampf- und Motorschifffahrt auf dem Walensee 1837 – 2012“. Der Autor legt damit bereits sein drittes Walensee-Schifffahrtsbuch vor – das umfassendste, das es je gab zu diesem Thema*. Ich freute mich nicht nur den Autor und die heutige Führungscrew wieder zu sehen, sondern speziell auch die Vertreter der Schifferfamilie Walser, wo Othmar und Rosmarie am gut besuchten Anlass anwesend waren. Zwei Walser-Generationen steckten ihr Herzblut und die ganze Schaffenskraft in die Walenseeschifffahrt, bis 2004, wo die Walensee Event AG den Betrieb übernahm. In seiner Laudatio unterstrich Peter Stutz, Präsident der Kulturkommission Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee die extrem wechselhafte Geschichte der Schifffahrt auf diesem von den Churfirsten geprägten Voralpensee: „Die ursprüngliche Ost-West-Verbindung entwickelte sich zu einer lebenswichtigen Nord-Süd-Achse nach Quinten“. So steht heute diese Schifffahrt ganzjährig im Einsatz und ist im öV-Netz Ostwind Tarifverbund integriert. Ein Highlight für jedermann ist der Besuch im autofreien Quinten. Es liegt auf einem Landvorsprung am Nordufer des Sees und am Fusse der steil abfallenden Südflanke der Churfristen. Mit einem kurzen Spazierweg ist der Weiler Au mit Quinten verbunden. Dank dem milden Klima wachsen dort schon seit Jahrzehnten Weintrauben, Feigen, Kiwis und andere Südfrüchte. Die Walenseewerbung bringt’s auf den Punkt: „Den Charme des autofreien Wein-Dörfchens kann man nur schwer beschreiben – man muss ihn erleben.“ Und wer mit Bahn und Schiff unterwegs ist braucht sich beim Genuss des Quintener Weins keine Sorgen zu machen... Vor genau 25 Jahren nahm die Walensee-Schifffahrt ihren letzten grossen Neubau in Betrieb: die „Quinten“ II. Der Jubiläumsakt zum 175-jährigen Schifffahrtsjubiläum fand an Bord des nun renovierten Schiffes Quinten statt: der Autor Guido Städler umrahmt von den Betreibervorgängern Othmar und Rosmarie Walser. Heutiger Betriebsleiter Markus Scherrer verwöhnt die Gäste mit einer Käseplatte; Flottensternfahrt à la Walensee, eines von rund 500 Bildern aus dem Jubiläumsbuch. *) Buchbesprechung: klick hier |
Dienstag, 04 September 2012 20:40











