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Sonntag, 18 November 2012 21:33

Erfolgreiches 57. IBT Wolfgangsee

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Schiffsleute, Kapitäne, Eigner und ihre Partner haben eine strenge Saison hinter sich. Sie sind das ganze Jahr Dienstleister, Kundenbetreuer, Verkäufer, sorgen sich um die Sicherheit der Fahrgäste und bieten im Idealfall ein Rundum-Wohlgefühl an Bord. Einmal im Jahr aber kehren die Schiffersleute ihre Rolle um, denn im November treffen sich anlässlich des Internationalen Binnenschifffahrtstreffen IBT jeweils über 400 Nautiker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den angrenzenden Ländern zum grossen Stelldichein. Für einmal dürfen sie sich dann als Gäste fühlen und sich auf drei bis vier abwechslungsreiche Tage freuen. – Das erste IBT fand 1956 in Radolfszell statt und war die Folge einer Abmachung aus dem Jahr 1947. Die damaligen Kapitäne der DB- und ÖBB-Schiffe wollten sich damit bei den Schweizer Kollegen für deren Unterstützung am Ende des 2. Weltkrieges bedanken. Damals hatte man einige deutsche und österreichische Schiffe nach Rorschach und Romanshorn überstellt, um sie vor der Zerstörung zu schützen.

Heuer lud der Wolfgangsee ein und bot ein liebevoll zusammengestelltes Programm. Die Crew unter der Leitung von Mario Mischelin hat bereits vor gut einem Jahr mit den ersten Vorbereitungsarbeiten begonnen. Strahlend blauer Himmel, letzte Seenebelschwaden – ein Kaiserwetter empfängt uns am ersten Morgen auf der "Kaiser Franz Josef I". Das heute dieselhydraulisch angetriebene Radschiff stammt aus der Gründungszeit der Dampfschifffahrt auf dem Wolfgangsee von 1873 und stellt einen einzigartigen Zeugen der Epoche der Flachdeckdampfer dar. Trotz der mit Raureif gefrorenen Planken – es war im Übrigen sehr kalt während all dieser Tage – war ich begeistert von der Fahrt, die uns im Konvoi mit MS Salzburg und MS Salzkammergut den ganzen See präsentierte. Am Nachmittag genossen wir die Fahrt mit der 1893 gegründeten Schafbergbahn bis zur Ausweiche Dorneralm. Den Hauptanteil der Bahn leisten die ölgefeuerten Neubaudampflokomotiven Z11–Z14 der SLM Winterthur. Die ausserdem noch vorhandenen zwei Originalmaschinen gehören zu den weltweit ältesten Zeugen der sich noch in Betrieb befindlichen Zahnrad-Dampflokomotiven. Seit sich die ÖBB im Jahr 2006 von der Wolfgangseeschifffahrt und der Schafbergbahn getrennt haben, gehören die beiden Unternehmen der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation.

Die um ein Grosszelt erweiterte Remise der Schafbergbahn diente als Festhalle, die drei Mal zum Essen einlud: Ein Salzkammergutbuffet gab’s am ersten Abend, am zweiten Tag erwartete uns nach der Schifffahrt ein Suppenzmittag und am letzten Abend trafen wir uns hier zu einem Piratenbuffet. Der Galaabend fand im Eventresort Scalaria statt, wo unter anderem die österreichische Topband „Sumpfkröten“ zum Tanz aufspielte und wo der ansonsten als Gastgeber agierende Betriebschef zusammen mit einem Streichquintett sein Talent als Operettensänger unter Beweis stellte. Schliesslich waren wir ja vier Tage am „Tatort“ des weltberühmten Liedes von Ralph Benatzky „Im Weissen Rössl am Wolfgangsee“, das auch in mehreren Filmen mit dem gleichnamigen Titel eine wichtige Rolle spielte. „Ich bin mächtig stolz auf mein Team. Alle Mühsal der Vorbereitungsphase hat sich gelohnt", blickt Mario Mischelin bei der Verabschiedung am Sonntag zufrieden auf die vier Tage zurück. Auf unserer Rückreise machen wir noch einen Abstecher auf den Chiemsee, den Austragungsort des nächsten IBT, Ausgabe 58.

Morgenfrische an Bord des stimmungsvollen Radschiffes „Kaiser Franz Josef I.“ – Mario Mischelin moderierte das IBT und legte selber überall dort Hand an, wo er gebraucht wurde. So betreute er uns Gäste einmal als Kapitän der „Salzburg“ und ein andermal als Lokführer der Schafbergbahn oder unterhielt uns mit einem professionell vorgetragenen Medley von berühmten Operettenmelodien. Obendrein ist er Betriebsleiter der WolfgangseeSchifffahrt. Text und Bilder H. Amstad

 

 

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