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Am Silvester 2012 ist der Salondampfer Blümlisalp (1906) drei Mal ausgefahren. Ein leichter Föhn bläst uns auf dem morgendlichen „Niederhornexpress“ entgegen und sorgt für eine ungehinderte Sicht auf das berühmte Berner Oberländer Alpenpanorama mit den tief verschneiten Gipfeln. Die Temperaturen sind zwar winterlich, aber doch so, dass die Gäste draussen die grossartige Szenerie geniessen (siehe Bilder). Lauter frohgelaunte Leute treffe ich an Bord an, auffallend viele aus der übrigen Schweiz und aus der Dampfschiff-Metropole Luzern. Der Berner Walter Jau, einer der Retter der „Blüemlere“, kann das bestätigen: „Ich war täglich an Bord und freute mich über die sehr vielen Dampferfreunde aus der ganzen Schweiz.“ „Noch gar nie war auf dem Thunersee ein Salonraddampfer im Winter anzutreffen“, weiss der Dampfschiff-Liebhaber zu berichten. Nach dem Umkehrpunkt in der Beatenbucht fährt die „Blümlisalp“ mit Halt an allen Stationen nach Thun zurück; an jeder Station beobachte ich heute einen regen Fahrgastwechsel. Die tiefe Dezembersonne lässt die zahlreichen Prunkhäuser, Schlösser, Hotel- und Parkanlagen im Scheinwerferlicht erstrahlen und ermöglicht Einblicke und Bilder, die im Sommer mit den Laubbäumen so nicht erlebbar sind. Die zweite Dampferrunde des Tages führt bis nach Interlaken. „Die Essensplätze waren beinahe täglich ausgebucht“, weiss das Servicepersonal zu berichten. So auch heute, wo das Schiff um 12.40 Uhr richtiggehend „gestürmt“ wird. Der Leiter der Schifffahrt BLS, Hans Meiner, ist mit den Frequenzen zufrieden: „Wir haben in den 9 Betriebstagen rund 7 000 Leute an Bord begrüssen können.“ Angesprochen auf seine Erfahrungen meint er: „Es sind auffallend viele Fahrgäste auf mich zugekommen und haben ihrer Freude Ausdruck gegeben und gedankt.“ Die Planungsarbeiten für den ersten Thunersee-Winterdampf waren umfangreich. So hatte Meiner viel Überzeugungsarbeit beim Schiffspersonal zu leisten, das anfänglich den Wintereinsatz als kaum machbar beurteilt hat. Mit der Unterstützung von Andreas Willich, dem Leiter Personenverkehr der BLS, der ein Herz für die Schifffahrt zu haben scheint und Meiners Erfahrung in seiner Pionierrolle bezüglich Winterdampf auf dem Vierwaldstättersee im Jahr 1999/2000 wurde das Winterdampfprojekt in die Tat umgesetzt. Und siehe da: die „Blümlisalp“ ist winterfest, niemand muss frieren und der Markt akzeptiert das Angebot ausserordentlich gut. Ob es reicht, im kommenden Winter ein Dacapo zu lancieren, weiss Hans Meiner heute noch nicht: „Wir werden die Zahlen inklusive Image- und PR-Wirkung dieser Fahrten auswerten und erst dann entscheiden.“ Am Abend dann verlassen mit DS Blümlisalp auch die neusten BLS-Einheiten Berner Oberland und Schilthorn den Hafen von Thun zur seit Wochen ausverkauften Silvesterfahrt. Dabei ist die Fahrt der „Blüemlere“ ein Charterschiff von Vaporama – die Gäste erleben eine historische Fahrt. Genau um Mitternacht übergibt der Verein Vaporama das seit der Rettung in seinem Besitz befindliche Schmuckstück Blümlisalp wieder zurück an die BLS. Damit wird das „verlorene Kind“ ab dem 1.1.2013 00.00 Uhr in die BLS-Flotte feierlich aufgenommen. In einer Inszenierung vor der Kirche Oberhofen, begleitet durch Kirchengeläute und Hubkonzerte der dazu gestossenen „Berner Oberland“ und „Schilthorn“, ist dies ein emotionaler wie versöhnlicher Abschluss eines seit 1971 in der Anfangsphase mit harten Bandagen ausgetragenen Kampfes um die Erhaltung des letzten Thunersee-Dampfschiffes. Premiere: Winterdampf auf dem Thunersee. Die Bilder zeigen weiter Momente der an Bord von DS Blümlisalp erlebten Stimmungen. Jung und Alt, Einheimische wie Auswärtige geniessen ein spezielles Erlebnis. Bild 1 M. Bisegger, Bild 4 C. Amstad, Text und Bilder 2 und 3 H. Amstad.
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Mittwoch, 02 Januar 2013 17:08











