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Der Swiss Boat Pass (SBP) war seit 1990 ein Halbtax-Abo für die am VSSU angeschlossenen Schifffahrtsgesellschaften. VSSU heisst „Vereinigung schweizerischer Schifffahrtsunternehmen“, wo die 16 bedeutendsten Betriebe eine gemeinsame Plattform betreiben und im Versicherungsverband ihre Schiffe versichern. Für Einzelpersonen war die Karte für 80 Franken zu haben (den Swiss Family Boat Pass SFBP für 100 Fr.). Sie war attraktiv für Reisende ohne Halbtaxabo, für Grenzgewässer wie der Genfersee (wo rund 50% aller Abos verkauft wurden) und für Seen, wo das Halbtax gar nicht gültig ist, wie auf dem Walensee. Seit diesem Jahr ist gibt es diesen Pass nicht mehr. Ich finde es schade, dass damit die Schweizer Schifffahrtsgesellschaften ein gemeinsames Abonnement verlieren. Ich fragte bei Konrad Eberle, Präsident des VSSU nach den Gründen der Aufhebung: „Das Schweizer Tarifsystem bietet den Reisenden eine grosse Zahl an massgeschneiderten Fahrausweisen und Berechtigungskarten. Rund 2,5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer haben ein Halbtaxabonnement, 450 000 besitzen ein GA. Touristen aus dem Ausland reisen oftmals mit Tickets des Swiss Travel Systems (STS) an - oder kaufen sich in der Schweiz ein HA oder GA. Der Kreis der potentiellen Käuferinnen und Käufer von SBP bzw. SFBP beschränkte sich zunehmend auf ein kleineres Kundensegment: Die Nachfrage sank von 3 500 Abos (im Jahr 2004) nach dem Preisaufschlag von 35 auf 80 Franken markant. Der Aufwand war gross. Die CGN und SGV beantragten im Herbst 2012 aufgrund der niedrigen Verkaufszahlen, den Verkauf von SBP und SFBP einzustellen. Diesem Antrag stimmten die übrigen Schifffahrtsunternehmen grossmehrheitlich zu.“ Während sich die CGN darauf beschränkt, diesen Umstand den Fahrgästen zu erklären (Bild 4), geht der Walensee in die Offensive und übernimmt die gleichen Konditionen, allerdings eingeschränkt auf ihren See. Anstelle des SBP gibt es nun den Walenseepass. Hier handelt es sich um ein Halbtaxabonnement ebenfalls für 80 Fr. Dasselbe gilt für den ex-Family-Pass: Er kommt den Familien entgegen, nennt sich Walensee Familienpass und ist ebenfalls ein Jahr gültig (100 Fr.). Eltern fahren dabei zum halben Preis, ihre Kinder bis 16 Jahre in Begleitung eines Elternteils sind dann gratis. Neu gibt es ein GA für den Walensee, genannt Jahresabonnement Walensee zum Preis von 590 Fr.; dieses ist im Vergleich zu andern Seen eher teuer. Betriebsleiter Markus Scherrer: „Mit den neuen Produkten kommt der Schiffsbetrieb Walensee besonders den Vielfahrern entgegen und zeigt sich familienfreundlich.“ Und warum akzeptiert der Walensee nicht das schweizerische Halbtaxabo und das GA? Scherrer: „Wir hätten die Billetpreise um 30% anheben müssen, um den gleichen Ertrag zu erhalten. Der Hauptgrund ist aber unsere Kapazitätsgrenze; unsere fünf Schiffe mit insgesamt 680 Plätzen wären für den zu erwartenden Mehrverkehr zu klein und die Mehrinvestitionen für grössere Einheiten sind nicht verkraftbar.“ Der Schiffsbetrieb Walensee AG übernahm 2004 die Flotte der fünf Schiffe Quinten II, Churfirsten, Seestern II, Alvier und Linth vom Familienunternehmen Walser. Zwischen Murg und Quinten ist der Schiffsbetrieb ganzjährig für den öffentlichen Verkehr zuständig. Die öffentlichen Fahrten auf der Längslinie Weesen – Walenstadt sind zwischen Ostern und dem 20. Oktober 2013 auf Kurs. 2012 beförderte die Flotte rund 205 000 Fahrgäste. Im Winter 2013 erhielt die historisch interessante „Alvier“ einen kompletten Neuanstrich. Der technische Leiter Christoph Köppel: „Die Schale beispielsweise wurde fünf Mal gestrichen: einmal mit Rostschutz, zweimal mit Eisenglimmer und zweimal mit Kupferfarbe.“ MS Alvier in neuem Glanz vor verschneiter Kulisse; in diesem Jahr hält der Winter lange an... Die Verbindung von Murg zur Sonnenstube Quinten wird ganzjährig bedient. Die Churfirsten bilden die imposante Kulisse der autofreien Ortschaft Quinten. Avis der CGN zur Einstellung des Swiss Boat Pass auf dem Genfersee (Text und Bilder H. Amstad).
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Sonntag, 07 April 2013 12:29











