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Der späte Frühling ist die Zeit der Generalversammlungen. So auch bei vielen Schifffahrtsgesellschaften. Die Firmen agieren meistens in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, die per Aktienrecht die Inhaber dieser Wertpapiere zur jährlichen Versammlung zusammenruft. In diesem Jahr besuche ich die GV des Zürichsees. Obwohl es fast vor meiner Haustüre liegt bin ich eher selten Gast auf diesem belebten Gewässer. Es geizt etwas an landschaftlicher Abwechslung, kompensiert dies aber mit einem durchaus attraktiven Angebot und einer vielfältigen Flotte von 17 Einheiten. In der Stadt Zürich leben mit den Seegemeinden zusammen rund eine Million Menschen, dazu kommen zwei Millionen Logiernächte von Touristen – ein in der Schweiz einzigartiges Potential steht der ZSG zur Verfügung. "Einzigartig in ganz Europa", so der SGZ-Verwaltungsratspräsident Peter Weber in seiner Eröffnungsrede, sei auch der Tarifverbund. Dabei darf der Fahrgast mit dem normalen ZVV-Ticket auch die Schiffe benützen. Über 1,7 Millionen Personen nahmen im Jahr 2012 dieses tolle Angebot wahr. 339 anwesende Aktionäre und Aktionärinnen vertreten 52 911 Aktien: dabei sind nur gerade wenige % in privater Hand. Peter Weber führt souverän durch die Versammlung und zeigt sich im Vergleich zu den meisten andern GV der Schifffahrtsgesellschaften offen, selbstkritisch und transparent. Das bringt ihm und der ZSG von Seiten der Aktionäre viel Sympathie ein. Wie fast alle anderen Schweizer Schifffahrtsunternehmen ist auch die ZSG vor Unbill nicht verschont. Dabei sind in Zürich die Gewitterwolken nicht finanzieller Art, sondern in Form von auffälliger Häufung gröberer Pannen, überfüllten Schiffen im unteren Seeteil und juristischen Nachspielen nach der Inbetriebnahme von MS Panta Rhei. Das Thema Panta Rhei beschäftigt den VR seit nun mehr neun Jahren: 2004 erfolgte der VR-Beschluss zum Bau des neuen Schiffes, 2007 war der Stapellauf mit der Erkenntnis, dass das Schiff 60 t zu schwer und hecklastig enorme Wellen produzierte und gleich wieder aus dem Verkehr gezogen wurde. Es folgten für 1,2 Millionen Franken Umbaukosten und in der Folge juristische Auseinandersetzungen. Zuerst gab es mit der Werft Öswag einen Vergleich (der der ZSG 784 500 Fr. einbrachte) und in diesem Winter kam eine Einigung zu Stande mit dem Ingenieurbüro in Buchloe, das nun 500 000.- Euro Entschädigung zahlt. Weber: „Jetzt ziehen wir einen Schluss-Strich. Wenn man sich aussergerichtlich einigt, spart das viel Geld, hat aber den Nachteil, dass letztlich die wahre Ursache im Verborgenen bleibt“. Das Jahr 2012 war auch sonst ein schwieriges Jahr für die SGZ: ein Klopfen und Klemmen legte die Maschine von DS Stadt Zürich lahm, nachdem das Schiff für 1,85 Millionen Franken saniert und die Dampfmaschine zum ersten Mal generalrevidiert wurde. Die „Panta Rhei“ hatte Grundberührung und fiel aus, bei der „Helvetia“ ging der Hauptmotor kaputt und zu guter Letzt brach bei DS Stadt Rapperswil ein Teil des Schaufelrades. An 49 Tagen musste die Limmatschifffahrt eingestellt werden, „wegen Hoch- und erstmalig in der Geschichte auch wegen Niedrigwasser“, kommentierte Weber. Im Verwaltungsrat waren brisante Dossiers zu bearbeiten: die überlastete Limmatschifffahrt, der Ausbau der Winterschifffahrt und die von extern in Frage gestellte Sicherheit. Zum ersten Thema meinte der Verwaltungsratspräsident wörtlich: „Das Boot ist voll. Die SGZ stösst an ihre Grenzen“. Es gelte nun zügig in neue Schiffe zu investieren. Hoch erfreut ist Peter Weber über die Ergebnisse der Servicequalität, wo sich die ZSG um weitere 3 Pt. auf 85 steigern konnte (ZVV Tram, Bus, Bahn liegen bei 77). Die elektronischen Erneuerungen bringen mir einen interessanten Nutzen: Per Mausklick sichte ich die Position aller ZSG-Schiffe, wo sie sich gerade aufhalten (http://map.zsg.ch/) und die Fahrordnung der Schiffe setzt punkto Benutzerfreundlichkeit und Informationsgehalt neue Massstäbe: http://einsatzderschiffe.zsg.ch/ Der VR macht sich bereit zur 122. Generalversammlung. Die anwesenden Aktionäre bestürmen im Anschluss an die GV die „Stadt Zürich“, wo es traditionsgemäss Bratwurst mit Bürli inkl. Getränke als einen Teil der Naturaldividende gibt. Auf dem Kommandodeck instruiert Kapitän Marcel Balmer (links) den angehenden Dampfschiffkapitän Pascal Wieders. VR-Präsident Peter Weber mit Gemahlin zeigt sich wie der gesamte Verwaltungsrat volksnah und nimmt aktiv Kontakt zu den Aktionären auf. Text und Bilder: H. Amstad
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Dienstag, 25 Juni 2013 12:19
GV ZSG: Transparenz am Zürichsee
1 Kommentar
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Dienstag, 02 Juli 2013 07:46
gepostet von Peter M. Aeschlimann
Hallo! Das ist wie ein "Blick am Abend"-Bericht unter dem Thema "Unglücksfälle und verbrechen". Statt den Zürichsee und seine Flotte zu kommentieren geht der Autor nur auf die Unfälle etc. ein. Der Zürichsee und seine Flotte ist doch schön und gut und warum immer die Schattenseiten, die es auf anderen Seen auch gibt, soll mann sich nicht immer auf das Negative einlassen. Ein Wehrmuthstropfen bleibt beim Zürich-See: Die beschriebende Einsatzordnung wird selten nachgeführt...











