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Montag, 29 Juli 2013 19:26

SDS Dresden: Schwieriges Jahr 2013

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Regelmässige Blogleserinnen und Leser wissen es: so richtig höher schlägt mein Herz insbesondere bei alten Motorschiffen. Die Dampferflotte der „Sächsischen Dampfschiffahrt“ mit ihren 9 Dampfschiffen fasziniert mich nicht weniger: der spezielle Charakter der Schiffe kombiniert mit der prächtigen Landschaft sind einmalig.

Am 30. Mai 2013 lassen die Wetterkarten Besorgnis aufkommen. Ein Elbhochwasser in den ersten Junitagen ist die Folge der Wetterlage mit Dauerregen und die komplette Betriebseinstellung auf der Elbe. Der Pegel steigt bis 875 cm, das sind in Dresden nur gerade 65 cm weniger als bei der Flut 2002. Ein Betrieb auf der Elbe ist bis zum 14. Juni unmöglich. Ab dem 15 Juni wird der Betrieb zwischen Dresden und Pillnitz wieder aufgenommen, der Pegel sinkt nur langsam. Eingesetzt werden zunächst die Dampfer Diesbar, Krippen und Stadt Wehlen, in der darauffolgenden Woche kommen die Dampfer Pillnitz, Meissen und Dresden hinzu, auch MS Gräfin Cosel kommt zum Einsatz. Ab dem 22. Juni werden weitere Teile der Elbe freigegeben, wenn auch noch nicht alle Anleger wie z.B. Bad Schandau. Heidenau und Seusslitz werden noch länger nicht angefahren. Infolge der Flutbilder und der Beschädigungen, welche bei genauem Betrachten grösser sind als in den Medien berichtet, entschliesst sich die SDS, ab dem 1. Juli einen geänderten Fahrplan zu veröffentlichen. Dieser bedeutet den kompletten Ausfall von zwei Umläufen (Linie 22 sowie Linie 32) und die Reduktion der Verkehrszeit der Linie 31 auf Donnerstag-Sonntag. In der sächsischen Schweiz verkehrt somit an gewissen Tagen nur ein Schiff bis Bad Schandau! DS Kurort Rathen, welches die Linie 31 bedient, steht dann in Königsstein. Andererseits werden einige Fahrlinien in der Hoffnung auf einen „goldenen Herbst“ bis zum 6. Oktober verlängert. Gerade in der sächsischen Schweiz stossen diese Massnahmen aber auf Unmut, vereinzelt fallen böse Worte.

Nun im Juli herrscht Traumwetter; insbesondere der „Elbtal-Express“ (Montag bis Mittwoch) ist nun das einzige (!) Schiff von und nach Bad Schandau an gewissen Tagen randvoll, teilweise wies der Kapitän die Leute an, die Plätze im Unterdeck aufzusuchen. Für mich unverständlich ist, dass DS Kurort Rathen am Mittwochnachmittag des 23. Juli als Leerfahrt von Königstein nach Pirna fährt. Infolge der nun weniger benötigten Schiffe, ist DS Pirna bereits nach Rosslau zur Unterbodenrevision gefahren, es werden bis im Herbst DS Kurort Rathen und DS Leipzig folgen. Diese über 200 km lange Reise legen die Dampfer infolge der stillgelegten Laubegaster Werft zurück. Infolge der nun weniger benötigten Schiffe, ist DS Pirna bereits nach Rosslau zur Unterbodenrevision gefahren, es werden bis im Herbst DS Kurort Rathen und DS Leipzig den über 200 km lange Reise zur Werft antreten.

Ein Unglück kommt selten allein: Am 24. Juli ereignet sich auf der Elbe ein tödlicher Zwischenfall mit einem Schwimmer, worauf die „Dresdner Morgenpost“ am 25. Juli von einem „Todesdrama auf der Elbe“ berichtet. Weiter: „‘August der Starke‘ überfuhr Schwimmer“ und „Todesfall erschüttert Weisse Flotte“. Ein schrecklicher Unfall für die Angehörigen des knapp dreissigjährigen Schwimmers aber auch für den Kapitän des Schiffes! Und nun in den letzten Julitagen wird auch noch Niedrigwasser ein Thema, der Pegel pendelt derzeit um 100 cm, bis 60 cm kann gefahren werden.

Positive Signale gibt es für 2014: es wird wieder eine Linie Pirna - Decin geben wie am 18. Juli an einer Medieninformation berichtet wurde. DS Kurort Rathen hatte mit dem Kurs 40/1 am 21. Oktober 2007 das letzte Mal die unglaublich schöne Strecke nach Decin fahrplanmässig zurückgelegt.

Die Elbe sinkt, eine romantische Stimmung legt sich am Abend des 21. Juni über Dresden. DS Stadt Wehlen wartet die Abfahrtszeit in Königstein ab, dahinter die abgestellte „Kurort Rathen“, DS Diesbar auf einer Charterfahrt am 27. Juli. Blick in die Laubegaster Werft Ende Juli 2013. Text und Bilder: St. Hellstern

 

 

 

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