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Es war schon lange mein Wunsch, den jeweils am 1. August stattfindenden Barrique Cup des Segelclubs Cham auf dem Zugersee zu besuchen. In diesem Jahr hat es nun endlich geklappt: Bei besten Wetter- und für eine Hochdrucklage guten Windverhältnissen starten um 13 Uhr 23 Segelboote der besonderen Art zur 12. Ausgabe. Um am Rennen teilzunehmen müssen die Schiffe mindestens 40 Jahre alt und aus Holz gebaut sein. Über 100 Besuchende schauen an Land den Vorbereitungen der Crews mit Interesse zu, bestaunen die wunderbar gepflegten Boote und fachsimpeln. In der Nähe der Ziellinie macht sich das Zuschauerschiff MS Schwan bereit. Da dieses wegen den engen Verhältnissen nicht in den Yachthafen fahren kann übernimmt das Motorboot des Segelclubs, die „Horbächler II“, die Rolle als Zubringer zum ebenfalls historischen Schiff Schwan. Das Startschiff hisst nun die weisse Flagge: das ist das Zeichen, dass in fünf Minuten der Startschuss für das Rennen fällt. Nun flattert die gelbe Flagge mit schwarzem Punkt, noch vier Minuten. Im Minutentakt sehen so die teilnehmenden Schiffe, wann der Startschuss fällt. Nicht allen gelingt es, hinter der Startlinie zu bleiben, es ist ein schmaler Grat zwischen an vorderster Front zu sein und dabei keinen Fehlstart zu provozieren. Einigen gelingt dies nicht: sie müssen nach dem Start des Rennens zuerst zurücksegeln und verlieren so Zeit und Ränge. Der Schwan-Schiffführer Thomas Staubli wählt für uns Zuschauenden einen attraktiven Kurs. Man merkt, dass er selber Segler ist; er steuert somit die „Schwan“ mitten ins Geschehen ohne dabei das Rennen zu stören. Wir sind ständig am Kurven; einmal auf Gegenkurs, dann parallel und an Wendepunkten kommen die Segler von allen Seiten. Auch der Raddampfer Liberty Belle von Beat und Martha Bolzern sowie die Motoryacht Bisiwätter (aus den Zwangigerjahre) der Familie Mijnssen sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen. Im Hintergrund ist die Sicht frei auf den Chamer Kirchturm, auf’s Schloss St. Andreas, auf die Skyline der Stadt Zug, auf den Zugerberg und die Rigi, ja der gletscherbedeckte Urirotstock sowie die Berner Oberländer Viertausender sind heute bestens zu sehen, im Westen der Pilatus. Wir können uns nicht satt sehen. In allen vier Rennen machen die gleichen drei Schiffe die Spitzenplätze aus. Ich habe wenig Ahnung vom Segeln, um so interessanter ist es, dem Kommentator zu zuhören. Eigens für unser Zuschauerschiff gibt Seglerspezialist Uwe Strehle fachkundige Erklärungen ab. „Es ist schon etwas sehr besonderes, der Anblick dieser wunderschönen Schiffe“, kommt er ins Schwärmen. Taktik, Kurswahl, das richtige Einschätzen eintretender Winde und Teamwork an Bord sind entscheidende Faktoren, nebst der Konstruktion des Schiffes und der Betakelung, die vom Bootstyp abhängig sehr unterschiedlich ist. Sind aus diesem Grund die Ergebnisse dann nicht ungerecht? Andre Fischer, OK-Präsident des Barrique Cups meint dazu: „Beim Barrique Cup geht es primär darum, die Schönheit und Eleganz von alten Holzbooten zu zelebrieren. Deshalb ist Mitmachen weit wichtiger als Gewinnen. Das erklärt auch, warum wir jedes Jahr wieder neue Boote begrüssen dürfen. Die Wahl der Zuschauer auf MS Schwan kürt das insgesamt attraktivste Boot. Dieser Sieg hat einen grossen Stellenwert.“ Während die „Horbächler II“ weitere Zuschauerinnen und Zuschauer auf die „Schwan“ bringt gehen die ersten schon wieder an Land; der Anlass dauert rund drei Stunden. Beim Segelclub sorgt Festbetrieb fürs leibliche Wohl. Der 1. August-Nachmittag sei jeweils ein Geheimtipp für Liebhaber alter Segelboote, sagt man mir im Vorfeld. Und? Meine Erwartungen sind übertroffen. Das Zuschauerschiff Schwan bringt uns mitten ins Geschehen; 26 solcher Prachtsboote nehmen am Cup teil; Blick frei über die Regatta hinweg in Richtung Uri-Rostock und Wissigstock; MS Bisiwätter und DS Liberty Belle sorgen nebst alten Ruderbooten und anderen Holzrumpf-Motorbooten für einen würdigen Rahmen. Bild 1 B. Bolzern, Bilder 2 bis 4 und Text H. Amstad |
Donnerstag, 01 August 2013 20:15











