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Samstag, 17 August 2013 18:56

Reisebericht: Schifffahrt auf dem Lac de la Gruyère

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 Bei schönem Sommerwetter fährt die Reisegruppe der Schiffs-Agentur mit dem Regionalbus durch viele kleine Freiburger Gemeinden nach Le Bry, dem Ausgangspunkt der für die meisten unbekannten Schifffahrt auf dem Greyerzersee. Wir werden von den beiden Schiffsführern der „l’Ondine“ und der „La Sterne“ in Empfang genommen. Die beiden Schwesterschiffe wurden als sogenannte Buglandungsschiffe ähnlich einem Weidling konzipiert. Beide sind mit einem durch ein Lenkrad ferngesteuerten Aussenbordmotor mit 45 kW, einem Sonnendach und einer Navigationsbeleuchtung für allfällige Nachtfahrten ausgerüstet. Die Aluschiffe wurden im April und Mai 2006 von der Motomarine AG in Tägerwilen unter der Typenbezeichnung Gropp 900 abgeliefert. Mit je 13 Personen sind sie auf unserer Fahrt beide belegt.

Der Schiffsführer macht uns bald nach Abfahrt auf einen speziellen Sandsteinfelsen aufmerksam. Er sieht aus wie ein überdimensionierter Elefantenkopf mit Rüssel. Danach fahren wir seeabwärts bis zur Staumauer Rossens. Nach dem Lac de Dix und dem Lac d’Emosson ist der Lac de la Gruyère volumenmässig der drittgrösste und nach dem Sihlsee flächenmässig der zweitgrösste Stausee der Schweiz. Die 83 m hohe Staumauer wurde nach dem 2. Weltkrieg mit Steinen aus der Region gefertigt, dazu wurde sogar für kurze Zeit eine Transporteisenbahn am Südufer des Sees errichtet. In Betrieb kam die Elektrizitätsgewinnung im Jahr 1948. Der See hat eine Länge von 17 km und seine tiefste Stelle misst 83 m. Auf dem Grund des Sees befinden sich auch ein Weiler und eine Strassenbrücke. Diese hat bis heute eine Funktion beibehalten: über sie führen die Ab- und Frischwasserleitungen für die am andern Ufer liegenden Weiler.

Nachdem es an der herrlichen Augustsonne etwas wärmer geworden ist, führt uns der Schiffsführer in die kleine Sandsteinschlucht „La grotte“. Eindrücklich der Anblick der über 100 Meter hohen Felswände von der Wasserperspektive aus! Im trockenen Jahr 2003 lag der Pegel des Stausees im Sommer 17 m tiefer; selbst dann konnte man in die Schlucht fahren. Nun geht es zur Insel Ogoz. Zwei alte Festungstürme weisen uns den Weg. Die Insel ist von aussen ziemlich gut durch Baumstamm-Verbauungen geschützt. Die Erosion aufgrund der starken Stausee-Wasserstandsschwankungen von 10 bis 15 m wäre sonst zu zerstörerisch. Spannend auch, dass diese Insel im Winter bei tiefem Wasserstand eben keine Insel mehr ist… und im Gegenzug andere Inseln bei sehr hohem Wasserstand abtauchen und nur noch an den Baumwipfeln erkennbar sind.

Auf der Insel, erhalten wir einige historische Auskünfte zur Kapelle, bevor wir an erhöhter Lage bei den Türmen ein schmackhaftes Grill-Mittagessen einnehmen. Zum Abschluss gönnen wir uns noch eine „Tarte au vin cuit“ und Greyerzer-Merengues mit Doppelrahm. Nach einem erholsamen Aufenthalt auf der Insel beziehungsweise im Wasser rundherum, neigt sich ein schöner Tag in einer sonst von der Schifffahrt her recht unbekannten Region dem Ende zu.

Die beiden Schiffe gehören dem Verein Ile d’Ogoz, ein Angebot für eine Schifffahrt auf dem ganzen See wäre sicher wünschenswert. Auf der Insel wird geheiratet, gebadet, gefestet, doch sanitäre Anlagen fehlen – dazu ist ein Schiffspendel nach Le Bry eingerichtet, wenn jemand aufs WC muss... Die Autobahn A12 Vevey – Bern überspannt den Greyerzersee auf einer Länge von zwei Kilometern. Vor der Einfahrt in die Schlucht La Grotte stauen sich an schönen Tagen Sport- und Paddelboote. Text: M. Bisegger, Bilder H. Amstad

 

 

 

 

 

 

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