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Samstag, 01 März 2014 17:01

MS Schwan als beliebtes Fasnachtssujet

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In der Zentralschweiz geniesst die Fasnacht einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert; in Luzern und den meisten andern Orten herrscht dann zwischen dem Schmutzigen Donnerstag und dem Aschenmittwoch der Ausnahmezustand. Von Handwerkern und KMUs muss man dann nichts erwarten, Schulen und einzelne Geschäfte schliessen wie an einem Feiertag. Tausende von Guggenmusikanten und Hunderte von Umzügen bilden das Rückgrat der Strassenfasnacht. Monate vorher wird gewerkt, gearbeitet, organisiert. Zur Vorbereitung gehört auch die Suche nach geeigneten Sujets. Der Untergang von MS Schwan vom 6. August 2013 war da eine willkommene Gelegenheit, die zahlreiche Zünfte im Kanton Zug mit wunderschön gestalteten Wagen aufgriffen.

Zusammen mit dem Vorstand MS Schwan konnte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen; wir waren zur Wagentaufe der Fröschenzunft Ebel (Inwil bei Baar) eingeladen. Präsident Stefan Bürge begrüsste Dutzende von Helferinnen und Helfer der Zunft. Unter der künstlerischen Leitung von Hansruedi Nussbaum entstand da ein eindrücklicher Dreierkonvoi: Der Traktor wurde vollständig mit dem blauen Zugersee eingehüllt, begleitet durch lebensgrosse Schwäne auf der Seite. Der Titel des Sujets „SchwanimSee“ ist sowohl wortwörtlich zu verstehen wie auch eine Anspielung auf das Ballett Schwanensee. In der Mitte war eine grosse Krankonstruktion aufgebaut, die mit viel Liebe zum Detail nicht nur die Hebung der „Schwan“ symbolisierte sondern auch in der Lage war, Konfetti über die Zuschauerreihen auszuschütten. Im dritten Teil dann das Prunkstück als Schiff genial karikiert. Das Tüpfelchen auf dem i: Das Original-Steuerrad von MS Schwan ist als Vereinsleihgabe im Schiff eingebaut worden. Aktuar Ernst Bürge: „Rund 700 Stunden Stunden Arbeit stecken dahinter. Das gesellige Zusammensein ist dabei wichtig.“ Der erste Auftritt des Wagens: Der Umzug der Zunft der Letzibuzäli in Zug, der mit 43 Nummern äusserst farbenfroh war, bestaunt von Zehntausend Zuschauenden. "Oben auf" schwang klar die Fröschenzunft, die mit Fröschen, der Kutsche mit dem 54. Zunftmeister Rolf II und Gefolge sowie dem "Dreispänner" die Strassen des Hertiquartiers in eine optische Kanallandschaft verwandelte. Sie ernteten spontanen Applaus. Am Sonntag und Montag wird die Komposition in Baar gezeigt, eine Woche darauf noch im Knonauer Amt.

Ich fuhr nach dem Umzug zur Almig in Baar, wo auf dem Werkareal der Firma Risi die echte „Schwan“ seit nun bereits sieben Monaten aufgedockt ist. Am kommenden Dienstag werden durch die Firma MABO (Langenargen) die Aufbauen angeliefert, letzte Gelegenheit also, das „Cabrio“ zu fotografieren. Was ist seit dem letzten Blogeintrag alles passiert? Die Firma Mogis mit Hagi und Moni Ehrismann hat als Sofortmassnahme das ganze Schiff entwässert, getrocknet, geputzt und von Allem, was da beim Untergang zerstört wurde befreit. Da klemmte die Heckflagge in der WC-Schüssel, der Inhalt des Kühlschrankes mit unversehrten Weinflaschen im Maschinenraum, ein unglaubliches Durcheinander, getränkt in einer undefinierbaren Mischung aus Seewasser, Öl und Fäkalien. Eine Baukommission bestehend aus dem Eigentümer (SGZ), der Betreiberin (SA) und dem Verein MS Schwan bestimmte dann Jonas Panacek von der Yacht-Design Zürich zur Projektleitung. Walter Bünter mit Team baute das Schiff zurück: alles, was bei der Hebung kaputt ging, wurde fachmännisch vom Schiff getrennt. Der neue Aussenaufbau lehnt sich nun an die erste Bauversion des Brienzersees an. Am Interieur arbeiten die einheimischen Firmen Radler aus Baar, Wickart aus Zug und Speck aus Oberwil.

Für die Wagentaufe der Fröschenzunft Ebel wurde auch der Vorstand vom Verein MS Schwan eingeladen, der hier mit dem Zunftmeister Rolf II vor dem Sujet MS Schwan sich dem Fotografen stellt (v.l.n.r Josef Huwyler, Ueli Moser, Rolf II, Präsident Jost Windlin und Heinz Amstad). Der Dreiwagen-Konvoi wurde in vier verschiedenen Fasnachtsumzügen gezeigt, hier am Zuger Letzibuzäli-Umzug Herti. Der Fasnachtswagen ragte über alles und kam prompt auf die Frontpage der neuen Zuger Zeitung. Auch der Sujetwagen der Letzibuzäli widmete sich wie noch viele im Kanton Zug dem Untergang der „Schwan“ mit dem Wortspiel „SchwanTanic“; dabei hielt der echte Schwan-Kapitän Pierre Hirt auch auf der Attrappe das Steuer im Griff. Das Schiff selbst erwartet in den kommenden Tagen die Aufbauten. Bild 1: E. Bürge, Text und übrige Bilder H. Amstad

 

 

1 Kommentar

  • Kommentar-Link RV René 1. Bigliotti Dienstag, 04 März 2014 09:26 gepostet von RV René 1. Bigliotti

    Es war ein wunderschönes Sujet, welches mit viel Aufwand und liebevollen Details gestaltet war. Herzliche Gratulation!

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