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Es war der Tag des Wetterumschwungs, als ich mich gestern frühmorgens auf den Weg nach Interlaken Ost begab. Die BLS lud zum Tag der offenen Werft ein; darin eingebettet war ein Mediengespräch und die Präsentation des Buches von Florian Inäbnit über DS Lötschberg. Ich nehme es vorweg: ein erster Blick in das druckfrische Buch bereitet viel Freude und lehnt sich an das Konzept der Bordbücher anderer Schiffe an (Link zum Bestellen). Auf dem Werftgelände der BLS wird an diesem windigen Samstag viel geboten, rasch finden sich viele Besucherinnen und Besucher ein. Im Mittelpunkt steht die Jubilarin „Lötschberg“: es fehlt zwar das Element Wasser unter dem Kiel, aufgedockt in der Halle wirkt das Schiff aber ebenso imposant. Vom Steuerhaus bis zum Maschinenraum kann man überall einen Blick hinein werfen, derweil auf dem Oberdeck die Jazzband Red Point für Unterhaltung sorgt. Mich faszinieren die vielen Schiffsmodelle, welche in aufwändiger Kleinarbeit hergestellt wurden. Zwei von vielen anwesenden Erbauern von Schiffsmodellen sind die Brüder Urs und Beat Bergmann. Was viele Leute nicht wissen: die beiden sind jahrelang von Gunten aus zur stillgelegten „Blümlisalp“ ins Kanderdelta mit ihrem Boot übergesetzt und haben den Dampfer gepflegt. Ob es die „Blüemlere“ ohne sie und andere stille Helfer noch gäbe ist mehr als fraglich. Ich treffe verschiedene Besatzungsmitglieder vom Thunersee auf dem Werftgelände an, ich höre so das Neuste vom Thunersee: Bei MS Beatus wurde das Interieur der 2. Klasse aufgefrischt. Dank wiederum genügendem Wasserstand wird das Schiff bereits in den nächsten Tagen (26. und 27. März) auf dem beliebten Mittagskurs eingesetzt. Derweil befindet sich MS Stadt Thun in der Schadau zur Umrüstung von Verstell- auf Festpropeller. Auf dem Winterkurs ist normalerweise das MS Schilthorn unterwegs. An schönen Sonntagen reicht die Kapazität allerdings kaum mehr aus und so kam am 16. März MS Niederhorn bereits zu seinem ersten Einsatz in der Saison 2014 - als Supplementschiff. Mir gefällt der Aufschwung auf den Oberländer Seen nach mageren Jahren. Die schöne Gegend und die gepflegte Flotte haben mich seit jeher angesprochen. Der Bruch kam mit dem unsäglichen „Fauchi“-Schiff – das MS Stadt Thun wurde damals in einen Drachen verwandelt, und dies wörtlich. Nun lausche ich am Mediengespräch gespannt den Ausführungen von Hans Meiner zu; er hat viel Positives bewirkt in seiner relativ kurzen Amtszeit, die er nun im 2014 beendet. So haben wir Schiffsfreunde im Winter jeweils Gelegenheit, über die Festtage mit DS Blümlisalp als Kursschiff zu fahren. Über 700 Personen nutzten dieses herrliche Angebot im vergangenen Winter im Schnitt täglich. Allgemein hat sich die Winterschifffahrt etabliert. „Zwischen November 2013 und Februar 2014 sind 46 776 Personen mit den Winterschiffen gefahren“ berichtet Hans Meiner. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus von 17 Prozent. 2014 wird wiederum ein Jahr voller Höhepunkte für die BLS-Schifffahrt: Seit 175 Jahren sind auf dem Brienzersee Kursschiffe unterwegs. Verschiedene Aktivitäten sind geplant, vergünstigte Tageskarten werden angeboten und am 5./6. Juli findet das grosse Brienzerseefest statt. An diesem Wochenende werden die Schiffe alle Stationen im Stundentakt anlegen. Und mittendrin ist dann die „Lötschberg“: der romantische Dampfer darf 2014 seinen 100. Geburtstag feiern. Eines ist sicher. Die Schiffsfreunde erleben im Berner Oberland neue Frühlingsgefühle: dichter Fahrplan, attraktive Anschlüsse, gepflegte Schiffe. Und an Sonntagen in der Hochsaison neu einen durchgehenden Stundentakt 9.07 bis 16.07 auf dem Brienzersee. Das Modell und das Orginal: beide werden bestaunt von Besuchenden am Tag der Offenen Werft in Interlaken Ost. Für Unterhaltung war gesorgt, zuweilen draussen ein kalter Wind und am Nachmittag einsetzender Regen etwas auf die Festlaune drückte. MS Isletwald setze vier Mal für stündige Rundfahrten ab. Ausser MS Interlaken waren alle Schiffe zu besichtigen; auf MS Jungfrau zeigten zahlreiche Modellbauer ihre Werke der BLS-Flotte. Und auf MS Brienz, das den ganzen Winter über als Restaurantschiff zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist, präsentieren im Hauptdeck-Hecksalon Florian Inäbnit (l) als Autor und Hans Meiner das druckfrische Bordbuch über DS Lötschberg. Text St. Hellstern, Bilder H. Amstad
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Sonntag, 23 März 2014 12:03












