|
|
Erste Dampfersaison der LNM im diesem Jahrtausend! Als ich mich an diesem herrlichen Frühlingsfreitag auf die Reise zum Neuenburgersee machte, war es ein spezielles Gefühl. Seit vielen Jahren bin ich oft auf den Juragewässern unterwegs und durfte in dieser Zeit eine ganze Reihe LNM-Mitarbeiter kennenlernen. Zu einigen hat sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt und entsprechend oft war das Thema „Dampfschiff“ Tagesgespräch. Nun komme ich in den Hafen von Neuchâtel, die ersten Gäste sind schon eingetroffen. Meine grösste Freude ist, dass wir von einer einheimischen Mannschaft über den See geleitet werden: Philippe Grandjean, Schiffführer bei der LNM in 3. Generation (sein Vater Charles amtete noch auf der alten „Neuchâtel“) hat am gestrigen Tag die Prüfung zum Dampfschiffkapitän bestanden. Er betätigt die Dampfpfeife von DS Major Davel (ein Geschenk vom Genfersee) und das Dampfschiff bewegt sich mit dem typischen Schaufelräder-Geräusch von Escher-Wyss-Schiffen wie auf der „Gallia“ und „Unterwalden“ über den frühlingshaften Neuenburgersee. Begleitet wird er von Serge Tonka, auch er ein langjähriger LNM-Schiffführer, welcher die Prüfung zum Dampfschiffkapitän im Mai ablegen wird. Zwei weitere Kapitäne werden folgen. An der Maschine amtet ein Mitarbeiter der CGN, die Ausbildung läuft hier noch, ein LNM-Kassier ist dabei, die spannende Technik der Dampfmaschine zu erlernen. Der Dampfer beeindruckt mich und lässt ein gutes Gefühl an Bord aufkommen. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne scheint auf den ersten Blick gelungen: Topmodern geht es im Steuerhaus zu. Hier erinnert wenig an ein Dampfschiff, modernste nautische Geräte verrichten ihren Dienst. Schade dünkt mich das Fehlen eines echten Steuerrades, ein emotionsloser Joystick ersetzt dieses. Auf Deck lassen die Bänke im Bug ein echtes „Dampferfeeling“ aufkommen, der Einstieg mit der Dampfmaschine lädt zum Verweilen und auf eine Reise in vergangene Zeiten ein. Die Dampfmaschine des Chiemseedampfers Ludwig Fessler tut ihren ausgezeichneten Dienst. Im hinteren Teil des Schiffes befindet sich ein Restaurant, im Heck weitere Aussenplätze. Sehr gelungen ist auch der „Salon Marc Oesterle“, benannt nach dem Namen des Mäzens, welcher wesentlich zum Gelingen des Projektes beigetragen hat. Auch er war heute an der aller ersten Fahrt mit Publikum dabei. Auf sechs Rundfahrten werden heute und morgen rund 500 Gäste auf den Sponsorenfahrten das Premierenpublikum bilden. Die Freude ist allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Auch der Vorstand von „Trivapor“ mit seinem Präsidenten Willy Schaer ist an Bord. „Nach sieben intensiven Vereinsjahren werde ich an der kommenden GV zurücktreten; mein Nachfolger Francois Kistler wird aber die Arbeit nicht ausgehen“, meint er mit Blick auf die herausfordernde Zusammenarbeit mit der LNM-Direktion. Nach diesen ersten Fahrten wird die „Neuchâtel“ für rund zwei Wochen ausser Betrieb genommen für diverse Feineinstellungen. Die LNM startet die Saison am Karfreitag, 18. April mit einem reduzierten Frühlingsfahrplan mit der Dreiseenfahrt ab Murten um 9.50 (MS Ville d’Yverdon). Ab Neuchâtel sind MS Fribourg zum Südufer und MS Ville de Neuchâtel nach Murten und im Murtensee unterwegs. DS Neuchâtel wird seine Saison am Samstag, 24. Mai um 10.00 mit Kurs 204 starten, nicht wie im Fahrplan vorgesehen um 8.50. Erste Publikumsfahrten nach 45 Jahren (!) Stillstand: ein aufregender Moment! Faszination Dampfmaschine: die Maffei-Maschine vom Chiemsee-Raddampfer Ludwig Fessler aus dem Jahr 1926 bekommt ein zweites Leben. Philippe Grandjean (r) und Serge Tonka sind die ersten beiden Dampfschiffkapitäne der neuen LNM-Dampfergeneration. Helle Dampfschiff-Atmosphäre im Mitteldeck und der Salon Marc Oesterle mit dem Mäzen auf dem Bild. Bild 4 und Text St. Hellstern, Bild 1 A. Werner, übrige Bilder H. Amstad
|
Freitag, 11 April 2014 18:46
Die Schweiz hat ein neues Dampfschiff: DS Neuchâtel
2 Kommentare
-
Kommentar-Link
Samstag, 20 Oktober 2018 15:21
gepostet von Neuchatel lover
Diese Art von Kreuzfahrt ist sehr angenehm, sehr guter Service, Essen, Maschinenraum- die gesamte Reise ist ausgezeichnet und das Personal ist sehr erfahren!
-
Kommentar-Link
Sonntag, 13 April 2014 10:42
gepostet von Markus Graf
Die Maschinisten Ausbildung erfordert 220 Fahrtage , dass heisst etwa 3 Jahre . Gruss , M.Graf CGN , Lausanne













