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Die Stadt Vevey war am letzten Sonntag Schauplatz der diesjährigen Parade der Belle Epoque-Flotte und dies hatte einen bestimmten Grund: seit 2009 war „ihr“ Schiff erstmalig wieder mit von der Partie. Nach umfassender Renovation ist die „Vevey“ schöner denn je geworden! 10 000 Menschen versammelten sich an den Ufern und applaudierten den vorbeifahrenden Schiffen Montreux (1904 - Doyen der Flotte), Vevey (1907), Savoie (1914, die heuer ihren 100. Geburtstag feiert), Simplon (1920), Rhône (1927) und La Suisse (1910 – Flaggschiff der CGN). In rund anderthalb Stunden legten in Vevey zwischen 11.40 Uhr und 13.15 Uhr neun Schiffe an – wohl ein Rekord wie zu Zeiten der legendären Fête des Vignerons. Zahlreiche Formationsfahrten mit abwechslungsreicher Choreografie sowie interessante Livekommentare von Didier Zuchuat faszinierten die über 2000 Fahrgäste. Am Vormittag konnte ich der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel an Bord der „Vevey“ dabei sein. Sie wird künftig an die Preisverleihung Europa Nostra erinnern. Am 5. Mai 2014 überreichte nämlich Placido Domingo im Burgtheater in Wien diesen renommierten Preis an die CGN und die Dampferfreunde des Genfersees. Anlass sind die eindrücklichen Verdienste um die Erhaltung von gerade mal acht imposanten Radschiffen der Belle Epoque. An Bord der „Vevey“ war die Laudatio der Generalsekretärin von Europo Nostra, Sneska Quaedvlieg-Mihailović, ein flammender Appell für Europa, für die europäische Kultur und damit auch für ihre historische Substanz. "Die Radschiffe sind ein kulturhistorisches Gut. Der Erhalt der einmaligen Flotte bedeutet die Renaissance einer kulturellen Epoche in Europa", hielt sie fest. Richtigerweise stand sowohl in Wien wie am Sonntag in Vevey ein Mann im Zentrum, der unmöglich Erscheinendes möglich machte: Maurice Decoppet, heute Verwaltungsratspräsident der Division CGN Belle Epoque und Präsident des Vereins ABVL. Decoppet ist als Enkel des letzten Schweizer Generals Henri Guisan erblich nicht ganz unbelastet im Stemmen von ganz grossen Themen. Generalstabsmässig "trommelte" er bis dato über 25 Millionen Franken zur Renovation der Radschiff-Flotte zusammen, weitere 25 werden nötig sein, um die letzten zwei der acht unter Denkmalschutz stehenden Radschiffe langfristig der Nachwelt zu erhalten.* Die Rennovation einer so stolzen Flotte von acht Radschiffen braucht nicht nur Unsummen von Geld, es braucht auch Möglichkeiten, diese einzusetzen. Da beschreitet die CGN einen für Schweizer Verhältnisse besonderen Weg, nämlich durch die Reduktion der Motorschiff-Flotte. Im Jahr 2010 wurde die „Chablais“ nach einem Motorenschaden kurzerhand verschrottet, 2014 wird die „Ville de Genève“ zum Pendlerschiff umgebaut und der Division Mobilité des öffentliche Verkehrs zugeordnet. Sollte dereinst auch die „Helvétie“ – bis Ende 2014 noch vor dem olympischen Museums in Lausanne platziert – in Betrieb kommen wird spätestens dann die Stunde der „Lausanne“ vielleicht geschlagen haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass dann auch der Fahrplan ausgebaut wird, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Wie geht es weiter mit dem Rettungsprogramm? Decoppet: „Sobald die restlichen drei Millionen der Renovationskosten beisammen sind beginnen die Arbeiten am RMS Italie.“ Im Idealfall könnte das bereits im Herbst 2014 der Fall sein. Die an Bord der „Vevey“ ebenfalls anwesende Waadtländer Staatsrätin Nuria Gorrite liess in ihren Dankesworte an die Adresse der CGN und der ABVL durchblicken, dass sie sich für eine ein finanzielles Engagement der Kantone einsetzten werde. Ich freue mich auf die 20. Flottenparade 2015 in Rolle. Die „Vevey“ fährt durch die Gasse der vier Dampfschiffen La Suisse, Montreux (l) sowie Simplon und Rhône. Stimmungsvolle Bilder, da die Kapitäne sehr nahe an benachbarte Schiffe heran manöverieren. Der sog. Klipperbug ist typisch für die Genfersee-Radschiffe. Sämtliche Essensplätze waren auf allen sechs Schiffen früh ausgebucht; die Stadt Vevey überreichte ein nettes Präsent in Form eines Weissweinglases. Maurice Decoppet durfte am 5.5.2014 in Wien den Preis Europa Nostra entgegennehmen und 20 Tage später eine Ehrentafel an Bord der „Vevey“ enthüllen, auf dem Bild umrahmt mit der Generalsekretärin Sneska Quaedvlieg-Mihailović (l) und der Staatsrätin Nuria Gorrite. Bild 5 CGN, Text und übrige Bilder H. Amstad *) Weitere 40 Millionen Franken stammen von den drei Anrainerkantonen Genf, Wadt und Wallis, die zur Renovation der "Montreux", "Savoie" und "Vevey" beigetragen haben. |
Dienstag, 27 Mai 2014 20:17













