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Samstag, 24 März 2012 19:04

Grosserfolg Tag der Offenen Werft Zürichsee

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Abertausende von Besucherinnen und Besucher bestürmten heute die Werft Wollishofen bei Zürich. Ich treffe ungewohnt viele Habitué und Schiffsleute von andern Seen, ich höre französisch und italienisch sprechen. Der Zeitpunkt ist von der ZSG ideal gewählt: So wie Wintersportler im November und Dezember kaum auf den ersten Schnee warten können, so sind viele Schiffsbegeisterte „hungrig“ nach nautischen Erlebnissen, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Fahrgäste auf die Seen drängen. So ging die „Rechnung“ der Zürichseeleute voll auf - ein wolkenloser Himmel und angenehm warme Temperaturen begünstigten den Vollerfolg.

MS Bachtel „schaufelte“ im Halbtstundentakt die Stadtzürcher in rund 40 Fahrten über den Seeweg vom Bürkliplatz an den Landiwiese-Steg und zurück, bei jedem S-Bahnhalt bewegte sich eine „Traube“ Leute Richtung Werftgelände. Dort wurde an 22 Stationen viel geboten. Auf sieben Schiffen waren diverse nautische Themen angeboten: Von den Berufen bei der ZSG über Flohmarktstände, von Modellbooten bis zum Ausprobieren, selber Taue zu werfen. MS Limmat, MS Linth und DS Stadt Rapperswil öffneten den Maschinenraum, MS Uetliberg das Steuerhaus. MS Panta Rhei stand auf der begehbaren Hebebühne, im Detail konnte ich die Nachkonstruktion der seitlich angebrachten Schwimmkörper studieren, die es erst möglich machten, das umstrittene Schiff in den Fahrplanbetrieb zu nehmen.

In der Halle war die „Stadt Zürich“ der grosse Publikumsmagnet; im Dampfschiff fehlten unübersehbar die wichtigsten Teile der Dampfmaschine, denn sie wird nach über 100 Jahren komplett demontiert und überholt. Gleichzeitig wird der Kamin neu elektrisch absenkbar gemacht, das Steuerhaus ersetzt sowie die Ruderanlage und die Elektroverteilung erneuert. Die Toiletten werden ebenfalls saniert, und um der «Stadt Zürich» den letzten Schliff zu verpassen, wird sie neu gestrichen. Die Sanierung dauert bis Juli, die Kosten sind mit zwei Millionen Franken budgetiert.

Der Anlass war professionell organisiert; ZSG-Leute waren aktiv unterwegs, auftauchende Probleme zu beheben oder Fragen zu klären. Einzig mit den zwei Verpflegungsposten schien man sich verkalkuliert zu haben: Die Warteschlangen waren ununterbrochen sehr lange und hielt viele Leute wie mich davon ab, vom kulinarischen Angebot Gebrauch zu machen. „Radio Zürisee“ sendete zum Teil live aus dem Festgelände; die PR-Wirkung rechtfertigt den riesigen Aufwand, der die ZSG für diesen Tag betrieben hat.

Von den 12 in der Werft befindlichen Schiffe konnten sieben besichtigt werden; Blick aus der Halle auf die Hebebühne mit MS Panta Rhei und jener hinein in die Halle mit der Heckpartie der "Stadt Zürich". Text und Bilder: H. Amstad

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