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Montag, 09 April 2012 21:30

Vielfältige Comersee-Flotte mit über 3 Mio Fahrgästen

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In der neuesten Ausgabe der Dampferzeitung lese ich, dass der Comersee im Jahr 2011 sagenhafte 3 056 003 Fahrgäste an Bord ihrer Flotte begrüsste. Das neue Jahr hat für die oberitalienischen Seen aber düster begonnen, der Sparkurs von Mario Monti streicht fast die Hälfte der Subventionen für den öffentlichen Schiffsverkehr. So habe ich erfahren, dass z.B. auf dem Lago Maggiore sämtliche Extrafahrten gestrichen wurden – eine Logik, die ich nicht begreife, da ja gerade Extrafahrten kostendeckend sein sollten. Opfer dieser obskuren Geschäftspolitik wurde auch der Verein historische Seethalbahn, der eine nahezu ausverkaufte Fahrt mit DS Piemonte kurzfristig absagen musste.

Zu hoffen ist, dass trotzdem und mindestens in diesem Sommer die auch touristisch reizvollen Seen mit einem guten Angebot bedient werden. Besonders der Comersee hat es mir angetan; ich kenne keinen See auf der Welt, der so viele verschiedenartige Schiffs-Typen zu bieten hat: ein lebendiges Museum zum einen, Anschauungsunterricht für angehende Schiffsexperten zum andern:

-       Die zwei Seitenraddampfer Concordia und Patria sind die Publikumslieblinge und bieten auf ihren Decks enorm viel Platz. 2012 fährt aber keines der beiden.

-       Der ehemalige Schraubendampfer Milano aus dem Jahr 1904 hat grossen Charme, auch wenn ein Diesel das Schiff antreibt.

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-       Konventionelle Schrauben-Motorschiffe wie die „A.Manzoni“ und „Volta“ werden neuerdings ergänzt mit dem modernen Vierdecker Orione (Bild unten). Weiter gibt es vier kleinere Rumpelkisten ohne Komfort der Klasse „Renzo“.

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-       Die Lokal-Motorboote der neuen Generation heissen „Grifino“, „Cormorano“ und „Fenicottero“, sind gefällig gebaut, durchgehend mit Holzplanken verlegt und für italienische Verhältnisse leise. Es gibt auch noch eine alte, weniger attraktive Serie der Klasse „Rondine“ und eine etwas grössere der Klasse „Giglio“, insgesamt 11 Schiffe!

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-       Die legendären Tragflügelboote, technisch höchst interessant, sind gefährdet, weil der Unterhalt immer aufwändiger wird; es hat insgesamt fünf Ein- und Doppeldecker.

-       Die Katamaran-Schnellboote vom Typ „Cita di Como“ sind ein weiterer Schiffstyp, leider sehr billig gebaut, laut und ohne jeglichen Komfort.

-       Autofähren der ersten Stunde mit offenem Deck und seitlichen Aufenthaltsräumen und die Autofähre Lario der neueren Generation, wie wir sie vom Bodensee her kennen ergänzen die Flotte.

-       Und schliesslich fährt eine Autofähre, die gar nie Autos an Deck aufnahm und als Massentransporter dient: die „Plinio“.

-       Es fehlt nur noch ein Luftkissenboot, dann wäre die Palette komplett...

Frontansichten verschiedenster Schiffstypen auf dem Comersee: Das Tragflügelboot Voloire, der Seitenraddampfer Concordia, der Katamaran Tivano und die Autofähre Ghisallo (Bilder und Text H. Amstad)

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