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„Willkommen an Bord im Grandhotel unter den Flusskreuzfahrtschiffen“, begrüsst Kreuzfahrtmanager Alexander Todorow uns 67 Fahrgäste auf der „Mozart“. Nach einem ersten Augenschein beim Einschiffen in Passau bekommt diese gewagte Aussage einen wahren Kern; wer sich in Grandhotels wohl fühlt, der schliesst das Schiff schnell ins Herz. Ich brauche da etwas länger, zumal mir das anfänglich nasstrübe Wetter und das dunkle Holz mit der schweren Möblierung etwas aufs Gemüt drückt. Ich geniesse aber den unglaublich grosszügigen Platz auf diesem Vierdecker, der in diesem Jahr seit bereits 25 Jahre auf der Donau unterwegs ist. Auch wenn einmal gegen 200 Gäste an Bord sein sollten: Die Platzverhältnisse sind in jedem Bereich einem Grandhotel würdig, ob im 200 m2 grossen Wellness-Bereich oder in der Kabine, wo die kleinste 20 m2 Fläche aufweist. Ich schätze den durchwegs öffentlichen Raum auf Deck 3, wo auch rund ums Schiff eine durchgehende Aussengallerie zum Flanieren einlädt (Bild 3). Die Fahrt dauert acht Tage. Die „Mozart“ steuert die Hauptstädte Budapest (Ungarn), Bratislava (Slowakei) und Wien (Österreich) an, aber auch kleinere Orte wie Esztergom, Melk und Krems. Das Angebot der Charterfirma DERTOUR zeichnet sich aus durch viele Nachtfahrten, gilt es doch die „Rennstrecke“ von 1140 km in insgesamt 90 Fahrstunden (inkl. Schleusungen) zurückzulegen. Diese Nachtfahrten haben mir im Vorfeld nicht gefallen, doch haben sie zur Folge, dass die Aufenthalte selbst in den kleineren Orten angenehm lang sind, so dass ich auch die lokale Schifffahrt kennen lernen konnte. Dazu kommt, dass das Schiff trotz seines Alters sehr ruhig läuft und nachts selbst in meiner untersten Kabine kein Motorengeräusch zu hören ist. Die drei Schiffsführer, allesamt Brüder, haben das Schiff unter der Leitung von Bela Burjan sehr gekonnt im Griff, was bei den nächtlichen Manövern durch 22 Schleusen und bei einer Breite der „Mozart“ von 22,8 m (Schleusenbreite 24 m) sehr geschätzt wird; kein einziges Aufprallen und „Schleifmanöver“ waren zu hören oder zu beobachten. Die „Mozart“ musste in ihrer Geschichte erfeulicherweise wenig Eingriffe und Umbauten über sich ergehen lassen, so dass Raumeinteilung, Funktionalität und viele Accessoirs noch aus dem Jahr 1987 stammen, was dem Schiff eine eindrückliche Authentizität gibt. Auf der Reise erlebte ich viele Höhepunkte: so die nächtliche Lichterfahrt durch Budapest, wo unser Schiff extra für eine Stunde loslegt und unter den vielen beleuchteten Brücken durchfährt, vorbei am imposanten ungarischen Parlament und zahlreichen Kirchen und Prunkbauten aus der K&K-Zeit. Schliesslich hat mich die tolle Stimmung der 44 Crewmitglieder beeindruckt; Thomas Böge als Hotel-Manager führt seine Abteilung mit viel Präsenz, Wertschätzung und Charme. Die gute Stimmung springt förmlich auf uns Fahrgäste über. Der Matrose bereitet die Wurfleinen für das Anlegen in Budapest vor (im Hintergrund das Parlament); auf dem zweiten Deck vorne befindet sich der Spabereich mit freier Sicht auf die Donau (Bild O. Steindl); Frühaufsteher werden belohnt mit dem eindrückliche Sonnenaufgang über dem Strom; selbst Reinigungsarbeiten werden mit Schwung ausgeführt (übrige Bilder und Text H. Amstad) |
Dienstag, 24 April 2012 06:10











