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Samstag, 19 Mai 2012 21:16

40 Jahre Dampferfreunde Vierwaldstättersee

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Heute fand im Verkehrhaus der Schweiz die Jubiläums-GV der Dampferfreunde Vierwaldstättersee statt. In seiner Festansprache betonte der Präsident Beat Fuchs, dass es die Dampferfreunde nach wie vor braucht, um sicher zu stellen, dass die fünf Raddampfer regelmässig und im Kursbetrieb eingesetzt werden - dies mit einem Seitenblick auf die Erfahrungen mit dem Winterdampf. SGV-Verwaltungsratspräsident Josef Nigg versprach in seiner Grussbotschaft den Dampfereinsatz hoch und heilig, liess aber auch durchblicken, dass wirtschaftliche Überlegungen Priorität hätten. Die ordentlichen Geschäfte der 40. Generalversammlung gingen ohne Wortmeldungen über die Bühne, so auch einen tollen 300 000 Franken-Beitrag an die nächste Etappe zur Renovierung des ältesten Dampfschiffes der Welt, der im Verkehrshaus aufgedockten „Rigi“. Wie bereits in den Jahren zuvor, zeigt Rechnung und Budget der Dampferfreunde das interessante Phänomen, dass die rund 300 000 Franken Mitgliederbeiträge allesamt für den „Betrieb“ des Vereins gebraucht werden. Unter „Varia“ wurde Max Wolf mit dankbarem Applaus aus dem Vorstand verabschiedet. (Die Schiffs-Agentur hat den versierten TV-Mann an Bord der „Schwan“ am 21. Juni - link.) Der Nachfolger Wolfs ist Daniel Haas, wobei der Präsident Beat Fuchs meinte: „Es ist aber keine Voraussetzung, dass nur dann jemand in den Vorstand gewählt wird, wenn er einen Tiernamen hat.“

Ich erinnere mich gut an die Pionierjahre der Dampferfreunde. Zwei Jahre vor der Gründung des Vereins lancierte die LNN (Luzerner Neueste Nachrichten) am 26. September 1970 die Aktion „Rettet die Vierwaldstättersee-Raddampfer“. Der Slogan „Wilhelm Tell darf nicht steben!“ bewegte sehr viele Menschen. Bereits am 19. Oktober waren über 18 250 Unterschriften beisammen und der SGV überreicht worden. Mein Beitrag waren 254 Unterschriften, die ich mit folgendem Kommentar der LNN zusandte: „Im übrigen sollte für DS Pilatus eine vernünftige Lösung gefunden werden – auf gar keinen Fall sollte dieses einzigartige Dampfschiff verschrottet werden.“ Für die „Wilhelm Tell“ und die „Pilatus“ kamen die Bemühungen zu spät, nicht aber für die restlichen fünf Raddampfer!

40 Jahre später lässt sich der Erfolg dieser Volksbewegung sehen. Kuno Stein, ebenfalls einer der Schüler von dazumal, der für die Dampfer einstand und heutiger Kapitän des Flaggschiffes sowie Roger Maurer auf der „Unterwalden“ stellten eine liebevoll vorbereitete Route für die heutige Galafahrt zusammen. Zuerst ging es über das Spissenegg in die Bucht von Winkel bei Horw, in einen Teil des Sees, der sonst nur mit Nauen für die Sand+Kies AG Luzern angefahren wird. Dann hiess es, die Tanzenbergbucht (inoffiziell Sündenbucht) zu geniessen: Bug voran bewegten sich die zwei Dampfer in jene Gegend, wo von 1875 bis 1943 ein Hotel stand und sich die erste Dampferanlegestelle von Hertenstein befand (siehe Karte Pfeil). Beide Kapitäne erwissen sich dabei als Kenner der Geschichte und der Hotelszene. Weitere Höhepunkte waren für die einen eine kleine Provokation, für mich aber ein tolles Erlebnis: eine Parallelfahrt mit dem Katamaran Cirrus und je eine Zangenfahrt mit dem ältesten SGV-Motorschiff Reuss und mit dem neuesten, der „Saphir“.

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50 Kinder aus Brunnen sangen sich beim Jubiläumsakt in die Herzen der rund 1000 GV-Besucher und Besucherinnen. Zum neuen Erscheinungsbild des Vereis gehört auch eine neue Flagge, hier am Bug der „Unterwalden“ flatternd im Föhn (Vordergrund DS Stadt Luzern). En seltenes Bild am Steg vom Verkehrshaus mit zwei Dampferkaminen. Begegnung mit der „Reuss“, die zwischen den zwei Dampfschiffen in die „Zange“ genommen wurde. (Text und Bilder H. Amstad)

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