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Mittwoch, 23 Mai 2012 20:30

Unterwegs auf der Sächsischen Elbe

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Dresden liegt nicht gerade „um die Ecke“, zumindest nicht von der Schweiz aus gesehen. Trotzdem ist das von der „Sächsischen Dampfschifffahrt“ täglich befahrene Gebiet der Elbe zwischen Bad Schandau und Seusslitz immer eine Reise wert – eine Art Reise in eine andere Zeit. Hier verkehren nicht weniger als neun Dampfschiffe, die „Diesbar“ (mit Baujahr 1884) als kleinstes Dampfschiff wird gar noch mit Kohle befeuert. Vier Motorschiffe vervollständigen die Flotte: zwei kleine Einheiten und zwei grosse Schiffe, welche besonders für Gesellschaften und Rundfahrten ab Dresden geeignet sind. Optisch gesehen ziehe ich allerdings, obwohl bekennender Motorschiff-Fan, die Dampfer vor. Leider verkehrt das DS Diesbar nur selten auf Kursfahrten, laut Planungsstand vom 4. Mai ist die nächste Fahrt am Sonntag, 3. Juni 2012 um 9.45 nach Seusslitz und zurück vorgesehen.

Auf eben dieser Strecke geniesse ich einen hochsommerlichen Maitag auf dem Glattdeckdampfer Krippen (1892). Die spezielle Silhouette dieser Schiffe, zusammen mit der pittoresken Landschaft, lassen den Tag zu einem eindrücklichen Erlebnis werden. Bis Meissen ist das Schiff gut bevölkert, danach sind nur noch rund dreissig Gäste an Bord. Wir geniessen die herrliche Landschaft und ein preiswertes und schmackhaftes Mittagessen in aller Ruhe. Die Fahrt elbabwärts von Dresden bis Seusslitz ist wahrlich eine Tagesreise: Der Start in Dresden erfolgt um 9.45, erst um 18.00 legt das Schiff wieder am Dresdner Terrassenufer an. Tipp: die Endhaltestelle Seusslitz und Diesbar liegen nur 30 gemütliche Gehminuten auseinander. Das Schiff verbringt seinen Endaufenthalt von einer halben Stunde in Seusslitz und erreicht Diesbar 45 Minuten später. Also gibt es genug Zeit für einen Verdauungsspaziergang und die Möglichkeit, das Dampfschiff in Diesbar mit dem Elbsand-Steinbruch im Hintergrund bei der Ankunft fahrend zu fotografieren.

Weltberühmt ist eine Fahrt von Dresden in die Sächsische Schweiz. Die Gegend war bis vor kurzem ein UNSESO-Weltkulturerbe. Dieses werbewirksame Label opferten die Sachsner aber mit dem Bau einer Autobahnbrücke im Blickfeld Dresdens. In Stadt Wehlen besteigen wir am Morgen den Dampfer Pirna. Gemächlich geht es die Elbe hinauf an herrlichen kleinen Orten wie Kurort Rathen oder Königstein vorbei nach Bad Schandau. Hier ist für unsere „Pirna“ leider Endstation. Noch bis zum Oktober 2007 fuhren die Schiffe von hier täglich weiter bis nach Decin (Tschechien). Halt wurde da in Krippen, Schmilka und Hrensko, einem wunderlichen tschechischen Dorf, welches hauptsächlich aus Trödelläden und offenen Verkaufsständen besteht, gemacht. Die Landschaft ist schlicht beeindruckend. Bedauerlicherweise bietet die Sächsische Dampfscchifffahrt die fahrplanmässigen Fahrten in verschiedenen Etappen an, dies hauptsächlich aus kommerziellen Gründen, um das Rundfahrtengeschäft zu pflegen. Tipp: Fahren Sie von Bad Schandau mit privaten Anbietern weiter bis in die Tschechei. Oder spazieren Sie elbaufwärts bis Hrensko (ab Bad Schandau ca. 2 Stunden). Um 14.50 verkehrt ein privates Schiff zurück nach Bad Schandau, von dort wiederum besteht um 16.15 die Möglichkeit eine herrliche Fahrt bis nach Dresden zu unternehmen, Ankunft 19.55. Als Trost für Dampferfreaks bietet die SDS an einzelnen Tagen Fahrten bis Usti resp. Riesa an, die nächste solche Reise startet nach Usti am 1. Oktober 2012.

Die „Kurort Rathen“ war am 21. Oktober 2007 zum letzten Mal fahrplanmässig auf dem Weg nach Decin. Blick in den Maschinenraum mit der oszillirenden Maschine aus dem Jahr 1892 der "Krippen". Nach der Mittagspause nimmt die „Krippen“ am 11. Mai 2012 die Reise zurück nach Dresden in Angriff. Zürück in Dresden im spiegelnden Abendlicht der Elbe vom 25. April 2011. (Text und Bilder 1 und 3 St. Hellstern, Bilder 2 und 4 H. Amstad)

 

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