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Wie jedes Jahr reiste auch 2012 ein Teil der ehemaligen Belegschaft des MS Etzel wiederum gutgelaunt nach Hamburg: Dort kommen wir jeweils aus dem Staunen nicht mehr heraus, so viele nautische Perlen gibt es zu erleben. Die Tipps sind zum Nachahmen empfohlen. Um den Hafen zu erkunden empfiehlt sich gleich bei Ankunft in der wunderschönen Hansestadt der Kauf einer 9-Uhr-Tageskarte (oder ab zwei Personen einer 9-Uhr-Gruppenkarte). Mit diesem Ticket kann man nicht nur den hervorragenden öffentlichen Verkehr in Hamburg benutzen, ab der Haltestelle „Landungsbrücken“ sind auch die Hafenfähren damit frei benutzbar. Erkunden Sie die verschiedenen Linien von Montag - Freitag: Die Linie 73 fährt gar durch eine Schleuse zum „Oderhöft“. Die stark frequentierte Linie 62 erkundet man vorteilhaft um 22.15: Dann fährt der Kurs eine Sondertour bis um 23.33. Bei Dunkelheit habe ich die Einfahrt verschiedener, eindrücklicher Schiffe sehr genossen. Unsere eingeschworene Gruppe besuchte auch die „Cap San Diego“. Eigentlich steht der ehemalige Frachter fest verankert an der Überseebrücke Hamburg (U 3 bis „Baumwall“ benutzen) und ist als Museum zugänglich. Nicht aber an einigen wenigen Tagen im Jahr. Da geht der imposante Frachter auf grosse Seereise. Dieses Jahr weilten wir von Hamburg nach Cuxhafen an Bord! Herrliches Wetter gemischt mit dem einen oder anderen Gewitter machte unsere Reise zu einem grossen Abenteuer. Anlässlich der Kieler Woche waren wir auch auf meinem absoluten Lieblingsdampfschiff, der „Stettin“, einem ehemaligem Dampfeisbrecher zu Gast. Dort wird noch Kohle geschaufelt, Maschine, Kommandobrücke und Peildeck sind frei zugänglich, es gibt eine urgemütliche Bordbar mit leckeren Häppchen aus der Kombüse. Die „Stettin“ geht einige Male im Jahr auf grosse Fahrt. Tipp: Erleben Sie das Schiff auf einer langen Seereise, z.B. zwischen Rostock und Kiel - Dauer etwa 9 Stunden. Wenige Gäste sind jeweils an Bord, das Erlebnis absolut einmalig, die Preise mit um die 40 Euro bescheiden. Der ehemalige Eisbrecher verkehrt in der Sommersaison ab verschiedenen Orten. Die „Scharhörn“ durften wir 2012 zum ersten Mal erleben. Ähnlich wie die „Stettin“ ist der Dampfer noch kohlebefeuert. Das Schiff steht an etwa 60 Tagen im Jahr unter Dampf und so kommen Gäste in den Genuss einer Fahrt mit dem 1908 erbauten Dampfer, welcher in den späten Siebziger-Jahren nach Schottland verkauft wurde und dort fast verrottete. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter liessen eine tolle Stimmung an Bord aufkommen und ein herrlicher Eintopf aus der Bordküche stillte den Hunger. Die „Scharhörn“ verkehrt ab der „Norderelbestrasse“ (Linie 73 der Hafenfähre nur Mo-Fr, Wochenende Shuttle zum „König der Löwen“ benutzen und 10 Minuten zu Fuss oder ab Landungsbrücken den alten Elbtunnel durchqueren. Fussweg etwa 30 Minuten) Schliesslich durfte auch die Alster nicht im Reiseprogramm fehlen. Der Dampfer St. Georg ist dort nämlich täglich unterwegs (mit der U-/S- Bahn bis Station „Jungfernstieg“), Abfahrt grundsätzlich .45. Und am Wochenende fährt die Nostalgiebarkasse Aue auf der „Museumslinie“: Abfahrt 10.45, 12.45, 14.45, 16.45. Auch dieses Schiff ist ein Erlebnis! Und nach vier Tagen Norddeutschland kehrten wir zufrieden und todmüde von dieser Reise zurück und wir wissen schon heute: spätestens 2013 geht’s wieder los in den deutschen Norden! Auf Fahrt mit der „Cap San Diego“, DS Stettin beim Anlegemanöver in Kiel, DS Scharhörn als klassischer Bereisungsdampfer (Archivbild H. Amstad), MS Aue verkehrt seit den 1920er Jahren auf der Alster. Text und übrige Bilder St. Hellstern
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Norddeutschland - Paradies für Schiffsbegeisterte
1 Kommentar
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Sonntag, 12 August 2012 03:16
gepostet von Derek Richter
Moin Moin!
So und nicht anders wird in Hamburg gegrüsst, ob morgens um 5 oder abends um 10.
Mit einem herzlichen Moin! wird man auch an Bord der Grossen Michels empfangen und somit begann die oben genannte Reise im hohen Norden Deutschlands im Hamburger Hafen in unmittelbarer Nähe der eventuell bald fertigen Elbphilharmonie.
Die Grosse Michel ist eine echte Eingeborene mit vielen technischen Leckerbissen wobei sie laufend an die Bedürfnisse der aktuellen Zeit angepasst wurde und wird. Stand früher der kostengünstige Transport zu allen (un)möglichen Zeiten (Sommer und Winter, letzterer auch z.T. im Eis) im Vordergrund, ist sie heute als Event-, Hotel-, Seminar-, und Charterschiff universell einsetz- und buchbar.
Eine Umnutzung ist immer ein Spagat, die Substanz zu bewahren, bewährte Technik zu erhalten aber auch die momentanen Bedürfnisse abzudecken und hier liefert die Grosse Michel ein gelungenes Beispiel, alt und neu zu kombinieren.
Ein Ausflug in die technischen Gefilden und ein lecker Pils an der Bar der Grossen Michel machten den Besuch des leider nur stationären Schiffes mehr als wett -es soll hoffentlich nicht der letzte Besuch gewesen sein.











