|
|
Das Comeback des ersten von zwei dieselektrischen Radschiffen auf dem Genfersee wird in einem Jahr Realität. Die Renovationsarbeiten der „Vevey“ laufen auf Hochtouren, wie ich mir ein Bild machen konnte. Nach dem Sandstrahlen ist zu Tage getreten, dass sich die Schale in einem schlechteren Zustand befindet als bei den letzten Generalsanierungen von „Montreux“, „Savoie“ und „La Suisse“; rund 30% der Bleche müssen ausgewechselt werden. Maurice Decoppet, Verwaltungsratspräsident der Division „Belle Epoque“ der Holding CGN zur Schiffs-Agentur: „Die Baufortschritte sind trotzdem im Plan und auch das Budget von 12 Millionen Franken – ohne Mehrwertsteuer - wird im Lot bleiben.“ Am 28. September 2012 wurden die Arbeiten für die Schale vergeben; der europaweit ausgeschriebene Wettbewerb gewann die französische Werft Mecasoud vom französischen St. Nazaire, die die Haupt-Schlosserarbeiten ausführen wird (siehe auch hier). Die"Vevey" wurde am 14. August 1907 eingeweiht. Das Schiff wurde sehr intensiv gebraucht, auch in der Zeit von 1939 bis 1945, während das Befahren der französischen Teile des Lac Léman verboten war. Wenn die „Vevey“ im Spätherbst 2013 zu ihrer dritten Jungfernfahrt ausfährt, so geschieht dies genau 60 Jahre nach dem Ende des Dampfbetriebes. Die Heizkessel und die Dampfmaschine sind Ende 1953 ausgebaut und durch eine dieselelektrische Anlage ersetzt worden. Auf der folgenden Tabelle sind alle dieselelektrischen Radschiffe des Lac Léman aufgezählt:
Solche Schiffe sind in der Schweiz einzigartig und in Europa selten. In Italien verkehren auf dem Gardasee die ehemaligen Dampfschiffe „Zanerdelli“ (1903) und „Italia“ (1908) dieselelektrisch*, in Österreich die „Stadt Wien“ (1938) auf der Donau in Tulln und in Budapest die „Gróf Széchenyi“ (1940 ex-DDSG Stadt Passau). Bei der „Kaiser Franz Josef I" (1873) auf dem Wolfgangsee, „Ludwig Fässler“ (1926) auf dem Chiemsee und “Diessen“ (1908) auf dem Ammersee werden die Schaufeln ebenfalls mit einem Dieselmotor angetrieben. Der alte, über 50-jährige Dieselmotor der „Vevey“ wird nicht revidiert. Anstelle dieses (sympathischen) Monsters werden drei Schnellläufer im Bauch des Schiffes verstaut, die dann analog der „Saphir“ auf dem Vierwaldstättersee stufenweise zugeschaltet werden, falls dies der Betrieb verlangt. Decoppet: „Der Vorteil wird sein, dass dadurch das ganze Mitteldeck frei wird und interessante Gestaltungsmöglichkeiten zulässt.“ Die „Vevey“ wird voraussichtlich Ende August 2013 ins Wasser gelassen, im September finden dann die Probefahrten statt und am Samstag, 12. Oktober 2013 findet in Vevey die Jungfernfahrt statt. Somit erhält der Genfersee sein erstes dieselelektrisches Radschiff zurück. Ein zweites, die „Italie“, wird folgen, während für die Dritte im Bund (die „Helvétie“) der Wiedereinbau einer Dampfmaschine immer noch eine Option darstellt - Datum der Renovation ist offen. Der Einsatz der mittelgrossen „Vevey“ und später der „Italie“ wird den Winterverkehr massiv aufwerten. Ab Sommer 2014 wird die „Vevey“ im „Haut-Lac supérieur“ wie in alten Zeiten anzutreffen sein. Die „Ville-de-Genève“ wird anschliessend für vier Millionen Franken renoviert und neumotorisiert. 1) Ein unheimlicher Anblick: bis zu den Schalenblechen ein leeres Schiff. 2) Die sandgestrahlte Schale deckt die zu ersetzenden Flächen auf. 3) 2013 erhält erhält die „Vevey“ ein attraktives Erscheinungsbild, das viele Elemente aus dem Jahr 1928 aufnimmt. Inzwischen ist die Farbgebung gegenüber dem Plan verändert: der Kamin wird dreifarbig: bis auf Dachhöhe des Oberdeckes weiss, dann das heutige CD-geprägte ockergelb und ein schmaler schwarzer Abschluss (Bild M. Decoppet). 4) Aus Sicherheitsgründen wurden die Aufbauten des andern dieselelektrischen Schiffs, der „Italie“, entfernt. Text und übrige Bilder H. Amstad *) Siehe auch ergänzende Kommentare unten. |
CGN: Die „Vevey“ ist ausgekernt
5 Kommentare
-
Kommentar-Link
Montag, 12 November 2012 16:17
gepostet von René Mathier, Sion VS
NAMHAFTE VERANTWORTLICHE DER CGN? IST DAS HERR SORET NICHT?
BETR. DER GENEVE: IN IHREM BERICHT MÜSSEN SIE AUCH SAGEN, DASS SCHIFF IM WINTER ZU IST, ZUDEM REICHEN MIR TAPAS ZUM ABENDESSEN NICHT... (ENTSCHULDIGUNG FÜR MEINE DEUTSCHE SPRACHE. -
Kommentar-Link
Donnerstag, 08 November 2012 20:08
gepostet von Heinz Amstad
Danke für die Ergänzung betreffend dieselelektrisch und dieselhydraulisch. Was die "Helvétie" betrifft: nichts ist unmöglich. Die als "Option" erwähnte Bemerkung ist weder nur "Wunschdenken", noch zur Zeit geplant. Namhafte Verantwortliche der CGN halten eine solche Option als durchaus denkbar.
-
Kommentar-Link
Donnerstag, 08 November 2012 19:45
gepostet von Heinz Amstad
Die "Genève" ist in der Tat im Besitz der Association pour le Bateau Genève und dient sozialer Zwecke. Seit diesem Frühling ist das Schiff frisch rennoviert. Es hat darauf ein Restaurant, das am Mittag und am Abend für alle Bevölkerungsschichten geöffnet ist. Ich war im August zum Essen an Bord und sah, dass auch Genfer Geschäftsleute diesen "Geheimtipp" schätzen.
-
Kommentar-Link
Donnerstag, 08 November 2012 12:53
gepostet von Anton Franz Griesacker
Bitte besser recherchieren, es hat viele Fehler in ihrem Artikel. Leider. Sie können die Homepages der verschiedenen Schiffe aufrufen, da steht die Wahrheit
-
Kommentar-Link
Donnerstag, 08 November 2012 12:50
gepostet von René Mathier, Sion
HALLO! DIE GENEVE IST KEIN RESTAURANTSCHIFF, SONDERN GEHÖRT EINER AGENTUR FÜR RANDSTÄNDIGE LEUTE DIE IHREN TAG DA VERBRINGEN KÖNNEN. MINDESTENS ZANARDELLI UND ITALIA AUF DEM LAG GARDA SIND DIESELHYDRAULICH UND NICHT DIESELELEKTRISCH. DASS HELVETIE WIEDER DAMPF ERHÄLT IST UNMÖGLICH WIE MIR HERR SORET SAGTE












